Cruise Days 2017

Die Cruise Days finden im Sommer statt, damit potenzielle Kunden Lust bekommen, auf den großen Hotelschiffen Urlaub zu machen. Die Cruise Days finden im Hamburger Sommer statt, damit die potenziellen Kunden auch wirklich mit diesen Schiffen fahren – wohin ist eigentlich egal, Hauptsache weg vom Hamburger Sommer…

MS Europa 2 an der Überseebrücke

Wir sind auf den Cruise Days. Es ist kalt. Eben hat es noch geregnet. Jetzt fliehen die letzten Regenwolken nach Nodosten, getrieben von einem mäßigen, aber kalten Südwestwind. 300.000 Besucher sollen angeblich das Spektakel beobachten wollen. Wenn es 10.000 sind, sind viele da. Verglichen mit dem Hafengeburtstag ist es hier leer.

Das Programm erscheint uns vergleichsweise mäßig und verhalten zu sein; das Publikum auch. Allerlei Buden mit Fresschen, Souvenirs und Handwerk. Dazwischen, größer aber nicht dominant, die Stände der Kreuzfahrer: MSC, Costa, TUI und wie sie alle heißen. Man ist schließlich auf einer Art Open-Air-Verkaufsmesse.

Nicht nur Kreuzfahrer nehmen teil

18:30 Uhr: Wir irren etwas herum und suchen nach dem besten Platz für die große Auslaufparade um 21:15 Uhr. Man muss sich kümmern. Die Landungsbrücken bieten sich an, sind aber bereits gut gefüllt. Bei Nordsee auf der Terrasse sind alle Plätze belegt, ins benachbarte Lokal kommt man nur mit Eintrittskarte. Unten, hart an der Wasserkante, steht man in Dreier- teils in Viererreihe, auf jeden Fall viel zu dicht am Wasser.

Aber wir haben Glück! Oben, direkt am Geländer gibt eine Familie entnervt vom Kindergequengel ihren Platz auf. Wir können echt schnell sein! Vom Uhrturm an Brücke 3 hört man sechs Glasen: 19:00 Uhr. Noch zwei Stunden und 15 Minuten.

AIDAprima auf dem Weg zur Parade – rückwärts…

Wir hatten mittags Matjes und hier ein Fischbrötchen gegessen. Jetzt will der Fisch schwimmen. Aber wegzugehen hieße, den Platz aufzugeben. Niemals!

Die Sonne geht langsam unter, es wird richtig kalt. Gefühlte 10 Grad. Sich zu bewegen, hieße, den Platz zu verlieren. Niemals!

Vom Stehen werden die Gelenke steif. Die Füße fühlen sich an, wie durchgestanden. Etwas Hin-und-hergehen würde den Platz in Gefahr bringen. Niemals!

Man ist startklar!

Es ist soweit. Endlich! Der Moderator kündigt zum X-ten Male die Parade an und liest die Reihenfolge der Kreuzfahrer, die Liste der Premium-Begleitschiffe und einige Namen der sonstigen mitfahrenden Wassergefährte vor. Langsam beginnt sich der Zug in Bewegung zu setzen. Allen voran die AIDAprima. Ein Riese, dessen Formen weniger an ein Schiff als an einen ostdeutschen Plattenbau erinnern. Aber schön bunt ist sie, schön beleuchtet und über den Rest legt die Nacht den gütigen Mantel der Dunkelheit.

Zu jedem Kreuzfahrtschiff gibt es ein spezielles Feuerwerk und man weiß nicht recht, wohin man schauen soll, nach oben oder auf die derart illuminierten Schiffe. Ein wahrlich großes Spektakel!

Großes Feuerwerk für jeden Kreuzfahrer.

Der AIDA folgen die Norwegian Jade, danach die Europa 2 und die Europa. Alles drei Schiffe, die noch weitgehend so aussehen. Schließlich, am Ende der Parade die MSC Preziosa – auch so ein schwimmender Plattenbau. Die MeinSchiff 3 fehlt. Sie hat beim Ablegen eine Leine in die Schraube bekommen und kommt nicht vom Kai weg. Dann wird ihr Feuerwerk eben ohne sie abgebrannt.

Nach einer halben Stunde ist alles Geschichte. Wir sind inzwischen bewegungsunfähig (und im Stadtpark rockt Mick Jagger mit 74 Jahren auf der Bühne herum), wollen aber noch den im Rahmen von Blue Port blau beleuchteten alten Elbtunnel anschauen. Eine gute Entscheidung, die Inszenierung ist sehr gelungen!

Blue Port: Alter Elbtunnel in blau.

Danach müssen wir sehen, dass und vor allem wie wir nach Hause kommen. Inzwischen sind wohl doch über 250.000 Besucher  hier. U- und S-Bahnen sind proppenvoll und Ordner lassen immer nur wenige Leute zum Einsteigen durch. Ein Trick hilft: In die falsche Richtung einsteigen, nach zwei Stationen umsteigen und wieder zurück fahren. Dann ist man schon drin im Zug. Gegen Mitternacht gibt’s endlich das verdiente Bier zu Hause.

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