Endloses Engadin und Schleichfahrt am Fernpass

Zunächst fahren wir über Varese und Como nach Lecco, verschwinden dann in den zahlreichen Tunneln der Autobahn oberhalb des Comer Sees und erreichen gegen Mittag Chiavenna. Hier biegen wir ab in Richtung Malojapass. Wenn schon keine Alpensüdflanke, dann wenigstens ein letzter Pass und eine Fahrt durchs Inntal auf der Straße 27, vorbei am mondänen St. Moritz und der Länge nach durchs Engadin.

Der letzte Pass ist erklommen!

Die allerdings zieht sich hin! Sie ist nicht besonders kurvig, dafür aber mit zahlreichen kleinen Baustellen versehen, die, meist nur wenige hundert Meter lang, stets mit Ampeln abgesichert sind – und die sind natürlich immer rot, wenn wir kommen. Es ist also ein ständiges Abbremsen und Anfahren, meist noch in PKW-Kolonne, angesagt.

Im Engadin

Als wir die Schweiz mit ihren Baustellen und strengen Temporegeln endlich hinter uns haben, steht die Sonne bereits ziemlich tief am Horizont und scheint derart grell ins Inntal hinein, dass, total geblendet, keiner von uns das Hinweisschild zum Tunnel nach Landeck erkennen kann. Wir landen also auf der L76 und sind irgendwie völlig fertig.

Jetzt muss eine Bleibe für die Nacht her und wie aus heiterem Himmel erscheint hinter einer Kurve das „Gasthaus zum Löwen“. Man hat Platz für uns, wir bleiben – als einzige Gäste, wie sich später herausstellt, und im Ambiente der sechziger Jahre, mit braun-blauen Blümchenkacheln im Bad und mit gehäkeltem rosa Klovorleger. Aber ehrlich gesagt, ist uns das heute völlig egal. Das Abendessen passt, die Betten sind erträglich und das Frühstück am nächsten Morgen ist auch in Ordnung.

In Österreich kurz vor Landeck

Morgens geht es weiter nach Landeck und Imst, wo wir uns von unserem Großen verabschieden, der über das Hahntennjoch wieder in sein Heimattal nach Vorarlberg muss. Wir fahren in einer Kolonne aus PKW und LKW zum Fernpass. Dummerweise befahren den heute auch eine Anzahl von Radfahrern, die es bei dem starken Gegenverkehr den LKWs in der Kolonne unmöglich machen, zu überholen. So schleichen wir fast eine Stunde mit etwa 7 km/h den Pass hinauf. Oben sind die Finger vom ewigen Bremsen und Schleifenlassen der Kupplung völlig taub.

Das Kolonnenfahren geht so weiter bis Füssen, wo wir auf die B16 abbiegen und hinter Roßhaupten eine Nebenstrecke einfach quer durchs Allgäu fahren. Ab Schongau nehmen wir die B17 und ab Augsburg die B2 bis Nürnberg. In Heroldsberg, etwas nördlich von Nürnberg, bleiben wir im „Roten Adler“ und genießen ein Schäufele und eine zünftige fränkische Brotzeit zum Abend.

Sonntag folgen wir schließlich weiter der B2 bis wir in Münchberg auch dazu keine Lust mehr haben. Das Pferd riecht den Stall: Ab auf die A9, die A72 und dann nach Hause. Es war ein schöner Urlaub!

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