Es kommt immer anders…

Am nächsten Morgen: 2°C und Sonnenschein! Da lohnt es sich, ausgiebig zu frühstücken und die Maschinen im Bierkeller noch ein Weilchen (ihren Rausch???) ausschlafen zu lassen. So gegen 9:30 Uhr ist es dann doch wieder einigermaßen warm geworden und wir legen los. Auf zum Lago Maggiore! Die Abfahrt nach Aosta ist heute ebenso schön, wie die Auffahrt gestern und unten angekommen nehmen wir wieder die Autobahn. Heute ist Streckemachen angesagt, denn morgen wollen wir den Lago di Como genießen, bevor wir vorhaben, noch einmal die Südflanke der Schweizer Alpen zu besuchen.

Morgendlicher Blick aus dem Zimmerfenster: See auf der Passhöhe

Also geht es zügig bis Settimo Vittone, dort auf die SP72 in die Berge nach Montgrando und weiter nach Biella. Das läuft gut, ist landschaftlich nicht überwältigend, aber auch nicht langweilig. In Biella ändert es sich aber mit der SP142. Langweiliger kann es kaum noch sein. Die Straße schnurgerade, die Orte öde, die Sonne brennend heiß. Ab Romagnano Sesia nimmt auch noch der Verkehr zu, so dass das Vorankommen deutlich langsamer wird. Schließlich erreichen wir Borgomanero und kurz darauf Arona am Lago Maggiore. Jetzt weiter bis zur Fähre in Intra immer am See entlang und danach wieder ab in die Berge nach Marzio, kurz vor dem Lago di Lugano, wo wir vorgebucht haben. Nur noch schnell ein Foto vom See und etwas Wasser trinken.

Das Foto ist gemacht, das Wasser getrunken. Und meine Maschine? Die rippt und rührt sich nicht. Unser Großer schiebt mich an. Nichts tut sich. Er schiebt weiter. Nichts. Kurz vor Meine erreichen wir auf diese Weise einen Parkplatz. Die Maschine ist und bleibt tot, mein Großer ist vor Erschöpfung auch kurz davor. Immerhin zeigt das Thermometer auch am fortgeschrittenen Nachmittag noch weit über 30° C.

Geschoben! Fertig! Nichts geht mehr…

Nach einer Weile sind die anderen Maschinen nachgeholt und der ADAC angerufen. ‚Ob ich nicht die 75km bis zur nächsten Honda-Werkstatt noch fahren könne’, fragt der freundliche ADAC-Helfer. Ich kann mit dieser Maschine nicht einmal mehr 7,5 Meter fahren… Zwei Stunden später hat er eine Kawasaki-Werkstatt in Arona ausgemacht, die meine Maschine anschauen und reparieren will. Ob ich da hinkomme?

Ja, tatsächlich, die Schwarze springt wieder an. War sie zu heiß geworden? Was war da los? Wir fahren zurück nach Arona. Knapp fünf Kilometer schafft sie; dann, etwa 100 Meter von der Werkstatt entfernt, stirbt sie wieder ab. Nichts mehr rührt sich. Aber jetzt hilft Schieben!

Koffertragen entlang der Landstraße: Ein Supervergnügen!

Während wir in einem nahe gelegenen Hotel einchecken und unsere Vorbuchungen stornieren, nimmt sich der rührige Kawa-Schrauber zielorientiert meine Lichtmaschine vor und zeigt mir einen schwarz verschmorten Kranz von Wicklungen. Da konnte kein Strom mehr rauskommen! Ich bin also des Längeren nur mit Batteriestrom gefahren und der war am Lago Maggiore eben am Ende.

Nun, die Honda-Lichtmaschine erhält ihre Höchststrafe (sie landet im Mülleimer der Kawasaki-Werkstatt) und wir verbringen einen Tag am Lago Maggiore – man hätte es schlimmer treffen können. Am nächsten Abend lösen wir die reparierte Maschine dann gegen eine Zahlung von einigen Hundert Euro wieder aus. Jetzt heißt es, sich zu sputen. Kein Lago di Como, keine Alpensüdflanke. Der Tag fehlt!

Am Lago Maggiore – man hätte es schlimmer treffen können…

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