Abenteuer Cote d‘Azur

Ein kühl-frischer Morgen erwartet uns und lässt den Spaziergang zum Geldautomaten erträglich sein, denn hier gilt: Nur Bares ist Wahres. Und gegen 9:00 Uhr geht es wieder los.

Der letzte Weg bis zur Küste

Ab in die Berge und die letzten 26 km hinunter zur italienischen Sonnenküste, die hier Riviera di Ponente heißt. Verkehr herrscht weitgehend keiner, die Landschaft ist abwechslungsreich, die Straße schlecht, aber wir schaffen die Strecke in kurzer Zeit.

Auf der Küstenstraße

Ab Finale Ligure wird es dann gruselig – wir hätten es uns denken können… Es ist 9:30 Uhr. Das Thermometer klettert unaufhaltsam der 40°C-Marke entgegen, Scharen von Urlaubern streben an den Strand und unzählige Lieferwagen, PKWs und Motorroller verstopfen die Küstenstraße. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit für die nächsten 36 km beläuft sich auf 18 km/h, weshalb wir in Andora völlig entnervt auf die Autobahn nach Ventimiglia wechseln und dort höchst freiwillig die Gebühr von 7,80 EUR entrichten.

Unsere nächste Station soll Monte Carlo sein. Aber in Menton muss Dennis tanken – wir haben uns diese Aufgabe bis Frankreich aufgespart, weil die Benzinpreise in Italien mit bis zu 2,03 EUR/ltr. unverschämt hoch waren. Und auf der Suche nach einer Tankstelle verlieren wir uns. Plötzlich ist Dennis weg. Funkkontakt besteht nicht mehr und der Handyempfang ist zwischen den Häusern gleich null. Zwei-, dreimal fahre ich die letzte Strecke ab, um zu sehen ob er irgendwo wegen Spritmangels liegen geblieben ist. Dann der Anruf: „Ich stehe hier am Ende der Bucht im Schatten und sehe fünf Segler ankern. Wo bist Du?“

Menton

Ich stehe auf der Küstenstraße in der prallen Sonne im Stau hinter einem Unfallwagen, der einen überhitzten Touristen vom Strand einlädt, und warte darauf, vom Motorrad zu fallen, um dann gleich mit eingeladen zu werden. Nach quasi endlosen 15 Minuten ist die Aktion beendet. Es geht wieder weiter und ich finde Dennis tatsächlich. Also jetzt schnell tanken und ab nach Monte Carlo.

Monte Carlo

Das präsentiert sich wenig touristenfreundlich: Nach einer kurzen Einfahrt in die Stadt zwischen Wohnhochhäusern, durch deren Lücken hindurch man kaum etwas von der Stadt sieht, verschwindet die Straße im Tunnel. Zahlreiche Kreisverkehre und Wegweiser weisen überall hin, aber die Straßen in die Stadt hinein sind meist durch Schranken abgesperrt und der einzig fahrbare Weg führt uns wieder aus der Stadt hinaus. Nach rund 10 Minuten haben wir Monte Carlo hinter uns und stehen im Freien an einer Ampel. Keiner von uns will noch einmal zurück…

Wir bleiben auf der mittleren Corniche und kommen nach Èze, dem mittelalterlichen Bergdorf hoch über dem Meer, finden aber leider keinen Platz, um die Maschinen abzustellen und ins Dorf gehen zu können. Es ist alles proppevoll mit Touristen.

Nizza Strand

Wenig später sind wir in Nizza. Der Weg zur Jugendherberge ist – dank Navi – einfach zu finden und wir können dort unsere Maschinen im Park der Herberge einigermaßen diebstahlsicher abstellen.

Jugendherberge Nizza

Da diese mitten in der Stadt liegt, haben wir es nicht weit bis zum nächsten Bistro, bis zur Küstenstraße mit den mondänen Hotels und dem reichlich eng belegten Strand. Trotz der Hitze machen wir einen ausführlichen Strand- und Stadtrundgang, um schließlich in einer der Haupteinkaufsstraßen in einem Straßencafé zu bleiben.

Die Nacht verbringen wir in einem 8-Bettzimmer. Der Raum ist sauber, aber es ist unbeschreiblich heiß und stickig. Zwei Fenster gibt es, die sich zu einem Innenhof öffnen und damit kaum frische oder gar kühle Luft ins Zimmer lassen. Insgesamt ist es kaum zu ertragen; es wird unsere unruhigste Nacht auf dieser Reise.

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