Prolog

Mein treuer Begleiter

Im Februar 2005 entstand die Idee, eine Reise mit dem Motorrad zum Nordkap zu machen. Angeregt wurde der Plan eines Abends am Kaminfeuer, als sich das Gespräch um die Wikingerfahrt des ADAC von 1969 drehte. Diese hatten die Schwiegereltern unternommen, als sich meine jetzige bessere Hälfte noch im zarten Alter von 15 Jahren befand. Von dieser Reise gab es eine große Anzahl Dias, die seit Ewigkeiten in irgendwelchen Kartons ein trostloses Dasein fristeten. Wann hatte man die bloß zuletzt angeschaut? Sind sie nach all den Jahren vielleicht von Bakterien aufgefressen worden? Ja, sind sie überhaupt noch da? Man sollte sie mal wieder hervorholen. Und dann wurde – begleitet von einem guten Roten – in Erinnerungen geschwelgt: Die Fahrt an sich, die damals mit einem Opel Rekord 1700 als Zugpferd vor dem Wohnwagen unternommen worden war, Oslo und die grandiose Landschaft Norwegens bis hin zum Polarkreis und zum Nordkap.

„Zum Nordkap würde ich auch gern mal fahren – aber mit dem Motorrad!“ Das war der entscheidende Satz. Und obgleich eigentlich eher so dahingesagt, war dies der Startpunkt, um einen richtigen Plan zu entwickeln. Als Erstes folgte der Kauf einer Skandinavien-Landkarte. Leider erwies sich das Kartenwerk, obwohl im groben Maßstab von 1:800.000, als beidseitig bedrucktes, vielfach auszuklappendes Ungetüm mit riesigen Ausmaßen. Um das alles abzufahren, sollten schon vier Wochen Urlaub eingeplant werden. Ein klarer Fall für langfristige Vorbereitungen mit dem Ziel: Sommer 2006.

Die nächste Frage war, wer mitfährt. Da ich der einzige Motorradbegeisterte im Hause bin, sollte ich wohl alleine losziehen müssen. Aber vier Wochen ganz alleine? Ist das lustig?! Nun, in der Vorbereitungszeit ergab es sich, daß Hendrik, Sportsfreund aus dem Tanzsportclub, und ebenfalls begeisterter Biker, 2005 so gut wie keinen Urlaub hatte machen können. Dadurch konnte er seinem Chef für 2006 vier Wochen „am Stück“ abringen.

Inzwischen war auch die Route mit Hilfe eines Routenplaners sowie verschiedener Informationen aus Internet, Tourismuszentralen und Reiseführern ziemlich genau durchgeplant. Es konnte also losgehen.

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