Durch Schwedisch Lappland

Montag, 17. Juli 2006 – Strecke: 551 km – Fahrzeit ca. 7 Std.

Von Kalix nach Hörnefors

Gutes Wetter, gutes Frühstück, gute Laune – bis wir unsere Reifen anschauen: 580 Kilometer Finnland haben den Pneus mehr zugesetzt als über 3.500 Kilometer Norwegen! Mist, wenn das in Schweden so weitergeht, und die E4 sieht vom Belag her mindestens ebenso rauh aus wie die finnischen Straßen, bekommen wir in den letzten Tagen noch Probleme mit der Profiltiefe. In Repvåg hatte ich mich noch gefreut, daß die Laufspuren nur wenige Zentimeter breit waren. Jetzt sind es mindestens 10 cm mit deutlichen Kanten.

Schwedisch Lappland
Ein Bahnhof im Nirgendwo

Außerdem ist die E4 scheinbar eine Art Küstenautobahn ohne als solche ausgezeichnet zu sein. Meist ist sie dreispurig, wobei die mittlere Spur streckenweise abwechselnd für uns oder für den Gegenverkehr als Überholspur verfügbar ist, und mit 110 km/h freigegeben. Der Verlauf ähnelt sehr dem einer deutschen Autobahn mit langen Kurven und vielen Geraden. Hinzu kommt, daß die Landschaft hier im schwedischen Lappland auch nicht so besonders abwechslungsreich ist. Nicht so öde wie in Finnland aber eben auch nicht gerade interessant.

Daher flüchten wir das erste Mal von dieser Küstenstraße ins Binnenland. Am Kalixälven entlang fahren wir zur 356, der wir zunächst bis Boden und dann weiter bis zur 94 folgen wollen. Eine gute Entscheidung! Hier zeigt sich Schweden von seiner besten Seite. Sonnige Wälder, tiefblaue Flüsse, auf Sommerwiesen stehen die typischen rot-weißen Häuschen, meist umgeben von vereinzelten Birken. Es riecht harzig, nach frisch geschlagenem Holz.

Auch hier: 63km geradeaus – wir drehen um

Die 94 entpuppt sich leider wieder als Schnellstraße, aber wir wollen ihr ja auch nur etwa 40 Kilometer folgen, um dann links ab nach Glommersträsk zu fahren. Dort beginnt die 365, der wir zumindest erst einmal bis Lycksele folgen wollen. Nur haben wir nicht damit gerechnet, daß in den Bergen, denen wir uns jetzt wieder nähern, der Regen hängt und daß die gesuchte Querstraße nach zwei Kilometern in eine Schotterpiste mündet.

„Glommerträsk 63“ verkündet ein Hinweisschild. 63 Kilometer Schlaglöcher, Pfützen und Kiespiste? Das muß nicht sein. Also fahren wir weiter die 94 bis kurz vor Arvidsjaur und von dort die 95, die auch nach Glommersträsk führt.

An der Kreuzung dann die erste Versuchung dieser Rückfahrt: „Bodö 381“ steht auf einem der Wegweiser. Sollen wir nicht lieber rechts abbiegen? Richtung Norwegen? Noch einmal zu den Lofoten, zum Atlantikhighway, zum RV17? Leider gibt es doch zu viele Gründe, nach links abzubiegen – und einer ist der jetzt konstante Regen. Der verläßt uns auch nicht bis Glommersträsk. Im Gegenteil, er nimmt kontinuierlich zu.

Nach links oder doch lieber nach rechts???

In Richtung Skellefteå klart der Himmel allerdings auf. Wir begraben den Plan mit der 365 und fahren wieder zur E4. Dort scheint tatsächlich die Sonne und es ist auch erheblich wärmer. Ohne weitere Ausbruchsversuche ins Inland, fahren wir über Umeå nach Hörnefors, wo wir in der Jugendherberge, auch einem Museum aber diesmal sehr komfortabel, bleiben.

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