Zwischen den großen Seen

Sonnabend, 22. Juli 2006 – Strecke: 278 km – Fahrzeit ca. 6 1/2 Std.

Von Hult nach Jönköping

Der Wetterbericht in den Zeitungen hat angekündigt, daß es zwischen Vänern und Vettern sonnig, während es darum herum wolkig bis schlecht sein soll. Wir bleiben in diesem Gebiet und fahren via 26, 204 und 205 durch wieder einmal herrliche Landschaften zum Vettern hinüber, sind dann aber doch etwas enttäuscht, daß die nach Süden verlaufende 49 so weit vom See entfernt liegt, daß wir so gut wie keine Blicke von der Küste erhaschen können. Schade. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Außerdem ist die 49 wieder mal eine Schnellstraße. Hoffen wir also, daß die 195 ab Möltorp etwas angenehmer wird.

Bei Karlsborg überqueren wir den Götakanal auf einer Klappbrücke. Dieser Kanal führt kurz gesagt von Göteborg im Westen quer durch Schwedens südliche Mitte nach Stockholm. Er wurde 1832 eröffnet und ist etwa 560 Kilometer lang, davon rund 190 Kilometer Kanalstrecke. Die übrige Route verläuft durch Seen und vor Stockholm auch ein Stückchen an der Küste entlang durch die Ostsee. Insgesamt werden dabei 58 Schleusen benötigt, um die auftretenden Höhenunterschiede zu überwinden.

Südlich der Brücke liegen ein kleiner Hafen und ein Schnellrestaurant. Wir machen eine gute Stunde Pause und schauen dem lebhaften Treiben der Bootsfahrer zu, die auf die Brückenöffnung warten oder einfach nur hin- und herfahren.

Am Götakanal

Dann folgt die zweite Versuchung der Rückfahrt. Am Abzweig der 195 sind auch Göteborg und Oslo ausgeschildert. Die letzte Woche doch noch in Südnorwegen verbringen? Noch einmal den Nordseeweg fahren, diesmal mit allen kleinen und kleinsten Straßen?

Nein, wir würden zwei Tage brauchen, um in Oslo anzukommen. Rechnen wir dann von Kristiansand noch wieder zwei Tage für den Weg nach Hause und einen als Reserve, dann bleibt kaum Zeit für ein zweites Mal Nordseeweg. Also links ab auf die 195.

Landschaftlich ist sie schon etwas reizvoller als die 49, aber auch sie verläuft weitestgehend geradeaus. In Jönköping sind wir wirklich müde und genervt. Die Strecke und die Hitze haben uns zugesetzt. Hinzu kommt, daß wir noch in einen Supermarkt müssen, denn Tee und Kaffee sind zu Ende gegangen. Wir beneiden die Leute, die hier mit T-Shirt und kurzen Hosen herumlaufen…

Wieder einmal hilft uns das GPS zum Auffinden des Campingplatzes, der am östlichen Stadtrand liegt. Er ist ordentlich ausgestattet und wir bekommen sogar eines der wenigen Schattenplätzchen.