Zum südlichsten Zipfel Schwedens

Sonntag, 23. Juli 2006 – Strecke: 342 km – Fahrzeit ca. 6 1/2 Std.

Von Jönköping nach Smygehuk

Es ist neblig und kühl. Wir haben wohl beide das Gefühl, daß die Reise jetzt zu Ende gehen sollte. Oder mit anderen Worten: Das Pferd riecht den Stall. Denn es gibt nicht viel Diskussion darüber, ob wir die Autobahn oder die 30 nach Süden fahren. Die Entscheidung lautet: Autobahn.

Mit jedem Kilometer nach Süden wird das Wetter handiger. Der Nebel lichtet sich und es wird wieder wärmer. In Markaryd verlassen wir die Autobahn, fahren über die 117 nach Hässleholm, von dort via 21 nach Kristianstad. Ab hier merken wir deutlich, daß wir in Skåne sind, der Kornkammer Schwedens. Die Landschaft ist eher dänisch. Wälder fehlen fast ganz und sind durch weite Kornfelder ersetzt. Man könnte hier so schön etwas schneller fahren – aber überall stehen Starenkästen an der Straße; wie in Norwegen: Immer paarweise in beide Richtungen.

Smygehuk

Wir fahren über die 19 nach Ystad. Am Yachthafen gibt es eine Pause. Dann ist Seebädertour angesagt. Die 9 ist eine der bevorzugten Ausflugsstraßen in Südschweden. Sie führt durch viele kleine Orte, in denen Pensionen Zimmer und Restaurants ihre Menüs anbieten. Weitestgehend ist die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, was wegen der vielen, mit Schwimmutensilien bewehrten Urlaubsgäste mit Kindern auch verständlich ist.

Unser Ziel ist der Ort Smygehamn mit dem kurz dahinter liegenden Hafen Smygehuk. In Sichtweite des Hafens steht ein ausgedienter Leuchtturm

Die südlichste Ecke Schwedens

und darin befindet sich eine Jugendherberge, die im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters untergebracht ist. Den Tip hierher zu kommen, hatte ich bereits zu Hause aus dem Internet aufgenommen. Hinzu kam dann noch, daß der Herbergsvater in Kalix uns diesen Platz dringend empfohlen hatte – und er hat nicht übertrieben. Hier ist nicht nur der südlichste Punkt Schwedens, hier ist auch Romantik pur. Innen, wie außen.

Dementsprechend gefüllt ist die Herberge und wir bekommen für unser Vierbettzimmer von der Herbergsmutter zwei nette junge Damen als Ergänzung zugeteilt. Honi soit qui mal y pense…