Kirkenes – die Zeit ist wieder da

Sonntag 7:00 Uhr: Frühstück. Die Zeit ist zurück gekehrt; um 8:00 Uhr müssen die Kabinen geräumt sein. Jetzt geht es also endlich mit den Maschinen weiter. Lang genug haben sie sich auf dem Autodeck gelangweilt, denn Party war nicht. Wir hatten die Bordkarten, mit denen die beiden sich Leckeres hätten kommen lassen können, stets am Mann.

Endstation Kirkenes
Endstation Kirkenes

Das Gepäck wird kurz aufgerödelt, dann im Hotel wieder abgeladen und jetzt geht’s ab zum Ende der (politisch gesehen) westlichen Welt. Nach Jakobselv, dorthin, wo die norwegisch-russische Grenze an die Barentssee stößt. Weiter nach Nordosten können wir hier nicht kommen.

Grenzübergang Storskog
Grenzübergang Storskog

Zunächst fahren wir tatsächlich zur russischen Grenze, nämlich zum Grenzübergang Storskog. Wie zu erwarten, ist hier kaum Verkehr. Lediglich der Ausflugsbus von der Hurtigruten („Fahrt zur russischen Grenze“) ist da und die Quadfahrer vom Alternativausflug („Mit dem Quad zur russischen Grenze“) kommen gerade an. Wir kaufen im Kiosk eine Ansichtskarte für unsere Mütter, halten ein Schwätzchen mit dem Kioskbetreiber – der zu unserem Erstaunen sehr gut deutsch spricht –  und fliehen auf die 886 nach Jakobselv.

Norges eldste fjell
Norges eldste fjell

Die Landschaft ist faszinierend, genau so, wie wir es uns erhofft hatten. Einsam, nur ab und an ein Ferienhaus und ganz selten ein Ort – maximal fünf Häuser. Dafür großartige Ausblicke über Felsen, Fjorde und Fjelle. Nur die Straße selbst ist eine Katastrophe. Bodenwellen, Längs- und Querwellen, Risse und Flicken. Zum Teil auch koffergroße Steine im Asphalt, die dann einfach rot angemalt sind, damit man nicht drüber fährt.

Nach 30 km ist der Asphalt ganz zu Ende. Weiter geht es die letzten 10 km über eine wassergebundene Oberfläche, die allerdings auch mit Schottersteinen und Schlaglöchern übersät ist, so dass 30 km/h schon eine Herausforderung für unsere Nicht-Enduro-Maschinen darstellen.

Grense Jakobselv
Grense Jakobselv

Unterwegs treffen wir auf zwei Soldaten, die sich am Wegesrand einen Posten eingerichtet haben. Direkt am Grenzfluss, den man hier bequem zu Fuß passieren könnte – aber eben wohl nicht soll – sitzen sie und winken uns zu. Ein kleines Lagerfeuer brennt und ihre Schlafsäcke haben sie im Gebüsch ausgelegt. Sieht ganz gemütlich aus – wenn man daran vorbei fährt…

Dann sind wir da. Die Straße ist zu Ende. Alles ganz unspektakulär. Ein paar Wohnmobile stehen herum, einige Leute angeln, andere baden oder liegen einfach am Strand. Ja, tatsächlich, hier zwischen den Felsen gibt es kleine Buchten mit weißem Strand.

Strand am Ende der Welt
Strand am Ende der Welt

Wir besuchen noch die Kapelle von König Oskar dem Zweiten, die hier einsam auf einem Hügel steht und von der man nach Russland hinüber schauen kann. Dann fahren dann wieder zurück. Wieder durch die Holperpiste, wieder an den Soldaten vorbei, wieder die 886. Eine Alternative gibt es nicht.

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