Wir sind da. Es geht los!

Wir sind da: In Norwegen, d.h. in Bergen und hier geht’s eigentlich erst richtig los, nämlich morgen auf die Hurtigroute gen Norden bis Kirkenes. Dann über das Nordkapp wieder retour. Bei akzeptablem Wetter durch Norwegen, bei schlechtem Wetter durch Schweden und bei ganz schlechtem Wetter durch Finnland. Wir haben uns nicht festgelegt.


War schon ein hartes Stück Arbeit bis hier her. In Deutschland heftiger Seitenwind (der Wetterbericht sprach von 8 bis 9 Bft., 7 bis 8 waren es sicher) und Umleitungen, die aus den geplanten 500 km der ersten Tagesetappe gut 550 km werden lassen.

Alte Salzstraße
Alte Salzstraße

Dann ein Tag Pause, an dem wir dem Motorradtreff Zollenspieker einen Besuch abstatten, die alte Salzstraße erkunden (das mittelalterliche Kopfsteinpflaster ist zwar touristisch wertvoll, aber für Fernreisen eher weniger geeignet) und am Ratzeburger See Eis essen.


Am nächsten Reisetag, gemischtes Wetter, durchweg wenig befahrene Landstraßen in Deutschland, aber nicht enden wollende, schnurgerade Straßen mit 80 km/h Vmax dann in Dänemark.

Dickes Wetter im Anmarsch
Dickes Wetter im Anmarsch

Und zum Abschluss zwei Stunden übelster Dauerregen. Straßen werden zu Bächen und Kreuzungen zu kleinen Seen. Auf den Visieren keine Tropfen mehr sondern ein dicker Wasserfilm. Sicht? Praktisch keine! Am Ziel in Århus haben wir nur noch trockene Füße. Einzig die Schuhe von Daytona haben dicht gehalten! Unsere Tourenkombis? Durch. Die Tankrucksäcke? Von unten aufgeweicht. Selbst in den Koffern, in den Innenkoffern, sind einige Teile feucht geworden.

Besonders schön: Der nächste Morgen! Wieder rein die weitgehend noch nassen Klamotten und weiter. Doch dann, ein schlagendes Geräusch im Bereich meines Hinterrades. Also, stopp auf einem Parkplatz vom Schachtelwirt und im Dunst fettiger Pommes die Kettenspannung und den Rundlauf der Räder geprüft. Nichts gefunden – was bei meinem technischen Sachverstand natürlich kein Wunder ist. ADAC angerufen, ob der eine Werkstatt nachweisen kann, die sich das mal anhört. Ergebnis: Nein, es gibt am Samstag in Dänemark keine Werkstatt, die geöffnet hat. Steffen, meinen Honda-Partner von zu Hause, angerufen, guten Rat und Beruhigung erhalten, den ScottOiler weiter aufgedreht und: Good Luck! Weiter geht’s nach Hirtshals.

Hirtshals
Hirtshals

18:00 Uhr, CheckIn in Hirtshals für die Fähre nach Bergen, gegen 20:00 Uhr einrollen und die Maschinen fein verzurren (draußen weht es immer noch mit guten 8 Bft., im Mund knirscht der Sand vom nahen Strand) und um 21:00 Uhr ablegen. Jetzt noch ein, zwei Biere im Salon ganz vorn, eine trotz bewegter See relativ ruhige Fahrt in den Sonnenuntergang und dann, ja genau dann (!) stellt sich die typische Entschleunigung ein, die wir an Seereisen so lieben.

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Der einzige Elch, den wir gesehen haben…
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Häuser im Stadtteil Nøstet
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Im Hanseviertel „Bryggen“

16 ½ Stunden später rollen wir in Bergen wieder von der Fähre und beziehen unser gebuchtes Hotel, um endlich einmal Zeit für diese Stadt zu haben. Auch, wenn das Wetter eher regnerisch ist, der Aufenthalt hat sich bereits heute gelohnt. Bergen ist in der Tat sehenswert! Und da es morgen erst gegen 18.00 Uhr weiter geht mit dem Einchecken bei Hurtigruten, bleibt genügend Zeit für weitere Erkundungen.

 

2 Gedanken zu „Wir sind da. Es geht los!“

  1. Hallo ihr Beiden. Was so zu lesen war, habt ihr ja schon bei den ersten Kilometern einiges Strapazen bestanden. Ich hoffe es geht nicht weiter so, denn ihr habt ja Urlaub und den hat die Gewerkschaf zur Erhohlung erkämpft.
    Gute Fahrt
    Sigrid und Dietmar

  2. Da habt ihr ja wirklich schon viel erlebt. Das geht leider nicht immer ohne „Zwischenfälle“ ab. Solange es sich in Grenzen hält, erschüttert es einen nicht gar so sehr. Es heißt nicht umsonst:“ Wenn einer eine Reise tut…“
    Meine ist leider auch vorbei- und es hat sich gelohnt. Erzähle es euch später. Jetzt habt ihr eure eigenen Eindrücke zu verarbeiten. Viel Spaß noch Karl und Martina

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