Zum Nordkap und weiter

Kirkenes Einkaufsmeile
Kirkenes Einkaufsmeile

Nachdem wir uns am Ende der Welt umgeschaut haben, soll es nun endlich zum Nordkap gehen. Kirkenes ist keine lebhafte Stadt, genauer gesagt: hier ist gar nichts los. Die Landschaft bis zum Porsangen – über die E6 und ab Tana Bru über die 98 gefahren – entschädigt dafür im Übermaß!

War ich 2011 in Portugal im Sternengebirge (Serra da Estrela), sind wir hier zeitweilig auf dem Mond. Das Ilfjordfjell mutet jedenfalls so an: Hier wächst nichts. Alles ist unwirtlich kahl und irgendwie auch surreal. Wir genießen das Hochgefühl, hier auf hervorragend ausgebauter Straße wohl bald eine halbe Stunde lang fast völlig allein bergauf, bergab durch diese „Hochwüste“ zu kurven. Einfach traumhaft, einfach gigantisch.

Ilfjordfjell
Ilfjordfjell

Danach schließt sich das Bjørselvfjell an. Eine flache Hochebene, mit niedrigem Gebüsch und kleinen Birken. Auch hier begegnet uns kaum ein Fahrzeug, auch hier sind wir so gut wie allein. Allerdings fehlen die Kurven und es geht ziemlich geradeaus flott voran. Am Porsangen beginnt es wieder zu regnen. Deshalb machen wir kurz hinter Lakselv Schluss für diesen Tag: 380 km sind genug.

Am Nordkap
Am Nordkap

Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder besser und wir fahren zügig hinauf zur Insel Magerøja, zum Nordkap. 260 NOK zahlen wir für den wohl teuersten unbefestigten Parkplatz der Welt (pro Person, wohlgemerkt) und dann geht es bei bestem Wetter und 11 Grad in der Sonne zum dritten Mal im Leben – für jeden von uns – zur stilisierten Erdkugel, die hier den nördlichsten Punkt des Festlandes markiert (was natürlich nicht stimmt, denn die Landspitze gleich neben dem Nordkapfelsen liegt noch etwas nördlicher – aber das interessiert weder uns noch die übrigen Touristen).

Repvåg Hotel
Repvåg Hotel

Abends bleiben wir in Repvåg, einem winzigen Fischerdorf mit 14 Einwohnern, etwa 80 km südlich vom Kap. Hier haben wir gestern noch schnell ein Hotelzimmer gebucht, um die letzte Strecke ohne Gepäck fahren zu können. Und im Gegensatz zum Touri-Rummel im Norden, ist das hier Idylle pur! Das Hotel ist alt, die Rezeption niedrig und finster, vollgestellt mit allerlei zusammengewürfelten Uraltmöbeln und ausgemusterten Fischereiutensilien. Es rieht etwas streng – nach Fisch. Ein riesiger, für viele Gäste eingerichteter, aber gähnend leerer Gastraum und eine Anzahl winziger Zimmerchen in Anbauten, die Rorbuern nicht unähnlich sind. Wir gönnen uns auf der Terrasse ein Bier; die Sonne scheint, Fischer filetieren ihren Fang und die Stille ist geradezu ohrenbetäubend.

Zimmer á la Rorbuer
Zimmer á la Rorbuer

Morgens: Sonne pur und heftiger, kalter Wind. Da muss dann doch mal das Winterfell in die Jacken gezogen werden. Gestern Abend, der gebratene Dorsch war exzellent und so frisch, dass es uns nicht wundern würde, wenn er am Nachmittag noch gelebt hätte. Aber das Frühstück lassen wir dann doch lieber aus… Also los!

Am Langfjord
Am Langfjord

Bis Alta prägen immer noch die kahlen Felsen ohne größeren Bewuchs und die flachen Fjelle das Landschaftsbild – insbesondere das schier endlos erscheinende Sennalandet, auf dem so gut wie nichts Nennenswertes wächst und es schonmal 10 km geradeaus geht. Hier ist Norwegen sehr amerikanisch, hier schläft die Gashand ein.

Südlich von Alta
Südlich von Alta

Südlich von Alta sind wir dann mitten im Gebirge, nämlich in dem für Norwegen so typischen, in dem die Straße immer am Fjord entlang verläuft und daneben die Berge direkt einige hundert Meter hoch steil aufsteigen. Bis an den Straumfjord schaffen wir es, dann reicht es wieder einmal.

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